CDU Gemeindeverband Wiefelstede
Besuchen Sie uns auf http://www.cdu-wiefelstede.de

DRUCK STARTEN


Neuigkeiten
25.03.2015, 08:26 Uhr | NWZ Online, mit freundlicher Genehmigung
Wenn der Wolf ins Ammerland kommt
Wiefelstede / Bad Zwischenahn / Rastede Dann hält er uns auch hier den Spiegel vor, berichtet Frank Faß vom Wolfcenter Dörverden. Auf der Diskussionsveranstaltung, zu der die CDU Wiefelstede eingeladen hatte, gab es unter den etwa 140 Zuhörern keine blöden Sprüche, keine hochkochenden Emotionen oder böse Worte. Eine von allen Referenten sehr sachlich geführte Veranstaltung und einem offenen, sehr informativen und aufklärenden Vortrag von Herrn Faß, sorgten für eine relativ entspannte Stimmung im Gristeder Hof. Hinzu kamen nicht nur ernste Fragen, sondern auch Fallbeispiele aus dem Publikum, die mich sehr nachdenklich stimmten.
Der Wolf ist da und mit ihm all die Ängste, Sorgen und Probleme, die er mitbringt. Das Märchen von Rotkäppchen ist wohl doch nicht ganz aus den Köpfen zu verdrängen. Ja, wieder einmal hält er uns den Spiegel vor, denn wieder einmal stehen wir ihm relativ hilflos gegenüber. Die Politiker in Hannover freuen sich über den Wolf, anstatt Maßnahmen zu ergreifen. Die Jäger werden bei ihrem Ruf nach dem Jagdrecht beschimpft, die Menschen in ihrem Verhalten dem Wolf gegenüber allein gelassen. Dazu die Menschen, die am meisten unter dem Wolf leiden: unsere bäuerliche Landwirtschaft in der vielfältigen Ammerländer Landschaft. Im Ammerland lassen sich nicht einfach irgendwelche niedrigen Schutzzäune aufstellen, da kann man sich nicht einfach einen Herdenschutzhund holen oder Esel, die Krach machen.

Ich selbst freue mich, dass die Wölfe wieder zu uns kommen und sicher ist, dass wir sie auch nicht mehr vertreiben können. Doch wenn ich die Berichte aus Vechta höre, wo ein Schäfer vor seinen nicht nur toten, sondern einigen verletzten Schafen steht und welchen, die gerade ertrinken, da wird deutlich: das kann und darf nicht sein! Manche Wolfbefürworter nennen dies dann Kollateralschaden und wenn von Wölfen im Jahr einige wenige Nutztiere von einem Landwirt gerissen würden, könnte man damit sogar leben. Doch bei einigen Landwirten sind es einfach zu viele Tiere, die von nur einem Wolf gerissen werden.

In seinem Vortrag machte Frank Faß vieles klar, unter anderem, das der Wolf ein Opportunist ist, ein Gelegenheitsräuber. Das Nutzvieh macht es ihm teilweise leicht und so reißt er viel mehr, als er zum Fressen benötigt.

Nicht nur Frank Faß, sondern auch der Wolfsberater Herr Lohse zeigten uns in aller Offenheit, welche Auswirkungen der Wolf haben wird. Es wurde an diesem Abend klar: wir werden mit ihm leben, denn dieses Mal wird er sicher nicht mehr ausgerottet werden.

Von dieser Veranstaltung war ich sehr angetan, denn am Ende spürte ich, dass eine ganze Menge Angst verschwunden war. Wenigstens hier fühlten sich die Landwirte verstanden, aufgehoben und es wurden Ihnen Möglichkeiten aufgezeigt. Sehr schön für mich war auch, dass der Vertreter der Jägerschaft klar machte, dass es genügend Jäger gibt, die dem Wolf sehr positiv gegenüber stehen. Es wurde ebenso deutlich, dass sich das Nutzvieh überall anders verhält und man kaum etwas verallgemeinern kann. Herr Gerken als Vorsitzender des Landvolks berichtete, dass sein Vieh dem Wolf gegenüber eher Fluchtverhalten zeigt. Anderswo gab es dagegen die Situation, dass Kühe mit einem Wolf gemeinsam an einer Wasserstelle gesoffen haben. Wieder anderswo hat Nutzvieh einen Wolf angegriffen. In Vechta hat man Angst, nachts alleine auf die Straße zu gehen, weil ein Wolf durchstreifen könnte. Ich glaube, da haben andere nachts draußen ganz andere Ängste, als die vor einem Wolf.

Das Fazit ist, dass die bäuerliche Landwirtschaft hohe Kosten für Schutzmaßnahmen haben wird. Wir wollen den Wolf hier haben und dann kann es nicht sein, dass die Landwirte mit den Kosten allein gelassen werden. Die bäuerliche Landwirtschaft hat ohnehin schon Auflagen genug und wenn dann eine Landwirtin berichtet, alleine der Zaun würde ca. 25.0000 Eur kosten, wie soll das gehen? Es kann auch nicht sein, dass man hier bereits elf Monate auf Entschädigungen für Wolfrisse wartet. Es nicht sein kann, dass in einigen Landkreisen Schutzmaßnehmen finanziell gefördert werden und in anderen nicht. Es nicht sein kann, das drei Tiere der gleichen Tierart in einem Jahr von Wölfen gerissen werden müssen, bis die gesamte Region Schutzmaßnahmen mit finanziellem Ausgleich ergreifen kann. Wer sagt denn dem Wolf, er möchte doch heute bitte noch einmal ein Schaf reißen, statt einer Ziege, weil er zwei Schafe bereits gerissen hat? Es wird Zeit dass wir alle Landwirte, Jäger und Bürger zusammen an einem Tisch ziehen. Die Hauptbetroffenen sind unsere Landwirte, nicht die Industrie Betriebe mit über tausend Tieren, denn diese Tiere sehen außer einem Stall nichts mehr in ihrem Leben, auch keinen Wolf. Wie wir dem Wolf seinen Spiegel zerstören und sagen können: OK Wolf, wir leben gerne mit Dir.

Ein Mann, der jeden Morgen auf einem Waldweg im Spreewald joggt, macht mit dieser Veränderung einiges deutlich: die erste Zeit hatte ich große Angst vor den Wölfen, jetzt freue ich mich jeden Morgen sie zu sehen.